Essen
   

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Traumskulptur 19 von Chris Mennel:      "Zubereitung eines Essens"

Vollständiger Titel: "In die Zubereitung eines Essens lassen sich Freude am Matschen, Jonglieren mit Farben, Erotik und Kunst hineinrühren."

Wo darfst du noch Pampe in die Hand nehmen, kneten und auf ein Brett ballern? Beim Backen. Was darfst du schön dekorieren? Essen.

Kann man mit dem Essen noch mehr anfangen? Ja: Rings ums erotische bis sexuelle Beisammensein macht es Spaß, Essen und Trinken zu dekorieren. Und Essenszubereitung, Essenspräsentation können Kunst sein.

Ich kümmere mich wenig ums Essen. Um mich herum gibt es sättigend viele Menschen, die sich mit Essen befassen. Sie stehen am Grill für mich, sie versuchen mich von vegetarischer Küche zu überzeugen, sie versuchen, mir das Verkosten von Wein nahe zu bringen.

Wenn ich mich ums Essen kümmere, dann nicht auf der Jagd nach dem totalen Geschmack, sondern als Chemiker - Braten und Kochen sind wahrlich enorm verschieden - oder künstlerisch: Kann ich aus der Zubereitung von Lebensmitteln etwas anderes machen als Verzehrprodukte herstellen? Kann ich das Ritual des Essens für Zwecke benutzen, bei denen gar nichts verzehrt wird?

Mein Objekt "Zubereitung eines Essens" greift ein paar Impulse aus der Küche auf, kocht aber nichts. Beispielsweise ist alles am Objekt dauerhaft: Fünfzig Jahre Haltbarkeit sollten kein Problem sein.

Ich stelle mich bei meinem Objekt an die Seite satter Kinder. Sie wollen keinen Bissen mehr in den Mund nehmen. Aber sie freuen sich an Gegenständen, Geräuschen und Gesten der Futterwelt. Die habe ich im Objekt zusammengestellt, zusammengehängt, ineinander gematscht.

Mit einem Schuss Erotik versuche ich mich von der Kindheit zu verabschieden. Das wird aber nicht klappen: Kinder mögen´s heimlich auch schon schweinisch.